08.04.2017 | Von Ausbildungsgehalt bis Zimmerer

Foto: Christina Kirsch

Mattschwarzes Motorrad mit Totenkopf: Martin Jankovic stellte beim Ausbildungstag des Beruf des Lackierers vor.

Martin Jankovic hatte als Anschauungsobjekt für den Beruf des Fahrzeuglackierers sein eigenes Motorrad mitgebracht. „Ich wollte das so matt, glänzend gefällt mir nicht“, erklärte der angehende Fahrzeuglackierer im dritten Lehrjahr die mattschwarze Lackierung mit dem neongrünen Totenkopf auf dem Tank. Das Motorrad machte bei den Schülern mächtig Eindruck und der Azubi wurde gefragt, ob er auch den passenden Helm dazu habe.

Hatte er. Martin Jankovic lernt bei der Ehinger Firma Ott und stellte beim siebten Berufsorientierungstag an der Längenfeldschule seinen Ausbildungsberuf vor. Sein Kollege Denis Diesch ist im gleichen Betrieb Bürokaufmann. Den ganzen Vormittag wechselten die Schüler der achten, neunten und zehnten Klasse der Längenfeldschule und der Hermann-Gmeiner-Schule von Berufsstation zu Berufsstation. Viele von ihnen wissen schon, was sie lernen wollen oder ob sie eine weiterführende Schule besuchen. Doch andere sind noch unentschlossen. Die konnten zwischen Einzelhandelskaufmann, Berufskraftfahrer, Altenpfleger, Fleischer, Koch, Landwirt, Zimmermann, Metallbauer und anderen Berufen wählen. Für Michael Wurm stand allerdings fest „Ich schneide kein Fleisch“. Dabei machte Christian Ege von den Untermarchtaler Klosterbetrieben den Jugendlichen klar, dass Fleischer oder Koch Berufe mit guten Aufstiegschancen sind. Der Handwerker  Ege ist mittlerweile der zweite Chef der lebensmittelverarbeitenden Betriebe in Untermarchtal. Er machte allerdings auch deutlich: „Man muss das werden wollen“, sonst habe man keine Freude an den Berufen.

Bildungspartner neu dabei

Die Klosterbetriebe und die St. Elisabeth-Stiftung sind enge Bildungspartner der Längenfeldschule und beim Berufsorientierungstag neu eingestiegen. Für Tatiana Schneider und Regina Schefer war die berufliche Zukunft jedoch schon klar. Tatjana will Justizfachangestellte werden und Regina Polizistin. Auch Kevin Müller hat sich für seinen Berufswunsch Berufskraftfahrer schon einen Praktikumsplatz bei der Stöhr Logistik gesichert.

„Die meisten Schüler fragen vor allem nach dem Ausbildungsgehalt“, erklärte Dilara Bertan, die bei Rewe in der Adolffstraße im ersten Lehrjahr zur Einzelhandelskauffrau ausgebildet wird. Sie seien aber auch gefragt worden, warum beim Rewe Schilder mit schwäbischen Bezeichnungen hängen und was Payback sei. Der stellvertretende Marktleiter Chris Schultz wusste die Vielfalt des Berufs zu schätzen.

In seiner Kluft stellte Sascha Voelkel von der Firma Kaufmann Holzbau den Beruf des Zimmermanns vor. Ihm zur Seite stand Lisa Kaufmann, die fürs Personalwesen zuständig ist. Den Orientierungstag hatten die Berufseinstiegsbegleiter Heiko Kramer und Christa Zöllner-Haberbosch vorbereitet.

Südwestpresse, 08.04.2017