26.03.2018 | Firmen stellen sich den Schülern vor

Der Lastwagen hat die Schüler am Ehinger Längenfeld besonders beeindruckt. (Foto: SZ- kö)

Lehrlinge sind rar geworden, die Firmen, vor allem Handwerksbetriebe, suchen händeringend nach qualifiziertem Nachwuchs. Seit acht Jahren gibt es an der Längenfeldschule den Berufsorientierungstag, an dem sich Firmen den Schülern mit ihren Ausbildungsberufen vorstellen.

Die Berufswegeplanung gehört an der Schule zum Unterricht, so wissen etliche der Achtklässler bereits, in welche Richtung es gehen soll. Luca und Jonathan wollen Land- und Baumaschinenelektroniker werden. Marie und Emily wollen in der Krankenpflege arbeiten, Cessidy in der Altenpflege. Nach den Osterferien machen sie alle ein Praktikum. Den Praktikumsplatz haben sie sich selbst besorgt, sich mit Lebenslauf und Bewerbungsschreiben an den Ausbilder gewandt, erklärte Berufseinstiegsbegleiter Heiko Kramer. Wöchentlich zwei Unterrichtsstunden kommt er in die Klassen, um mit den Schülern in kleinen Gruppen nach für sie geeigneten Berufsfeldern zu suchen, Bewerbungen zu üben.

Sieben Ausbildungsbetriebe und die Agentur für Arbeit waren beim Berufsorientierungstag in der Längenfeld- und Hermann-Gmeiner-Schule. Jeweils eine halbe Stunde haben sie sich den Schülern der achten Klassen vorgestellt. Zum ersten Mal dabei war das Autohaus Vögtle und Waibel, um über die Berufsfelder KFZ-Mechatroniker und Einzelhandelskaufmann zu informieren. Wartungsarbeiten, Nachrüste- und Ausbauarbeiten, Codierung von Steuergeräten gehören zu den Aufgaben in diesem Beruf. „Die Eintrittskarte ist ein Praktikum“, erklärte die Lehrerin der Hermann-Gmeiner-Schule ihren Schülern und erzählte von einem Schulkameraden, der nach seinem Hauptschulabschluss eine Lehre im Autohaus Vögtle und Waibel gemacht und sie jetzt abgeschlossen hat.

„In Physik und Technik solltet ihr gute Noten haben, Deutsch und Englisch sind nicht so ausschlaggebend bei der Bewerbung“, erklärte Agran Ferati den Azubis von morgen. Nach dem Verdienst fragte ein Mädchen. Im ersten Jahr ist der Azubi nur einen Tag im Betrieb sonst in der Schule, da gibt es 200 Euro, im zweiten Jahr 700, im dritten 800 und im vierten 900 Euro. Der Fachlagerist verdient von Anfang an, ergänzte Michael Michelfelder. Zwei Fahrzeuge hatte das Autohaus mitgebracht, die Mädels setzten sich sehr gerne hinein. Ein Blickfang und immer wieder umlagert war auch der Lastwagen der Firma Stöhr, Berufskraftfahrer, KFZ-Mechatroniker, Speditionskaufleute, auch im dualen Studiengang, werden hier ausgebildet.

Das Lackierzentrum Ott, die Kaufmann GmbH, Mundal Fenster, die St. Elisabeth-Stiftung und das Kloster Untermarchtal stellten ebenfalls ihre Ausbildungsberufe vor. „Es ist eine Chance für die Schüler, Zugriff auf die Betriebe zu bekommen“, sagte Max Weber, Rektor der Längenfeldschule.

Schwäbische Zeitung, 23.3.2018