28.07.2019 | Immer mehr wollen in die Ganztagsschule

Hoher organisatorischer Aufwand steckt in dem Schulkonzept der Längenfeldschule

Ein eingespieltes Team: Carolin Höcker (von links), Christine Maurer, Max Weber sowie Anja Kurz und Sabrina Winter. (Sz-Foto: seli)

Ungewöhnlich still ist es an diesem Nachmittag in der Längenfeldschule. „Auch in der Ganztagsschule gibt es mal hitzefrei, und das haben wir, nach drei Tagen mit hohen Temperaturen, heute umgesetzt“, sagt Schulleiter Max Weber am Donnerstag. Nur vereinzelte Schüler, die daheim sonst nicht betreut werden könnten, blieben in der Schule.

Arbeit gibt es aber auch ohne die vielen Schüler genug - zumindest für das vierköpfige Organisationsteam der Ganztagsbetreuung für die Grundschüler, bestehend aus den Lehrerinnen Christine Maurer, Sabrina Winter, Carolin Höcker und Anja Kurz. Sie sind bereits jetzt mit den Planungen vor allem für die AGs für das kommende Schuljahr beschäftigt. Und die Arbeit wird künftig sehr wahrscheinlich nicht weniger. „Wir erwarten, dass die Nachfrage für die Ganztagsschule weiter steigt“, sagt Max Weber.

Indikator für diese Prognose sei zum einen die Entwicklung der vergangenen Jahre - während vor fünf Jahren noch 70 Schüler in der Grundschule ganztags betreut wurden, sind es in diesem Schuljahr 110 -, zum anderen sind laut Weber jetzt, rund einen Monat vor Ende des aktuellen Schuljahrs, bereits 30 Schüler für die Grundschule für das nächste Schuljahr angemeldet worden. „Um diese Zeit hatten wir sonst lediglich um die 15 Anmeldungen“, vergleicht Weber. Deshalb wird es für die erste Klasse im Schuljahr 2019/20 zwei Ganztagsklassen geben. Die Klassen zwei bis vier sind derzeit dreizügig.

Das Modell der Längenfeldschule ist ein besonderes, fast schon einzigartiges, zumindest in der Region. Das gilt vor allem für die Wahlform in der Grundschule, das Ganztagsangebot in Anspruch zu nehmen. Viele Familien, in denen beide Elternteile wieder berufstätig sein wollen, freuen sich laut Weber über solch ein Angebot. Deshalb gebe es auch Schüler an der Längenfeldschule, die von außerhalb des Schulbezirks und sogar aus anderen Gemeinden kommen. „Der Tag bekommt eine Struktur für die Schüler. Das ist den Eltern wichtig“, so der Schulleiter. Und auch die Lehrer seien von dem Konzept überzeugt. „Man lernt die Kinder nochmals anders kennen, und auch der Zusammenhalt ist stärker als sonst“, erklärt Sabrina Winter.

Es braucht Jugendbegleiter

Eine große Unterstützung für die Schule sind dabei die Jugendbegleiter - Eltern, ehemalige Schüler oder Vereinsmitglieder. Im aktuellen Schuljahr gibt es 25 von ihnen, die sich mit den Lehrern der Schule 62 AGs untereinander aufteilen. Und das in jedem möglichen Bereich. „Am beliebtesten sind bei den Schülern die AGs rund ums Kochen und Backen, aber auch Sportliches“, sagt Anja Kurz. Für das nächste Jahr, vor allem im Hinblick auf eine möglicherweise höhere Schülerzahl, braucht es jedoch noch unbedingt zusätzliche Jugendbegleiter. „Wir hoffen, dass sich noch welche melden. Denn bei mehr Schülern müssen wir auch mehr AGs anbieten“, sagt Kurz.

Schon jetzt führt das Organisationsteam für die Ganztagsschule Gespräche mit Jugendbegleitern, die einen Kurs anbieten wollen. Der Plan muss bald stehen. „In den Sommerferien treffen wir uns dann und besprechen den Stundenplan, gleichen ab und setzen einen Elternbrief auf“, erklärt Sabrina Winter. Zeitintensiv ist das Angebot vor allem zu Beginn des jeweiligen Schuljahres. „Dann bieten wir täglich eine Sprechstunde für Eltern an, sortieren die Anmeldungen für die AGs und teilen ein“, erläutert Christine Maurer.

Viel Arbeit also, doch das Konzept und das Angebot kommen an. „Ohne ein so gut eingespieltes Team würde das nicht funktionieren“, spricht der Schulleiter der Längenfeldschule Max Weber löblich über die Organisatorinnen.

(Schwäbische Zeitung, 28.06.2019)